Wetterberichte

Wir bedienen uns verschiedener Quellen um Informationen der Wettervorhersage zu gewinnen. Erfahrungsgemäß sind die Vorhersagen sehr unterschiedlich (klar, das Schwierige an Prognosen ist, dass sie die Zukunft betreffen). Wir holen alle Wetterberichte in der Regel über das Internet.

Wetterbericht des Deutschen Wetterdienstes

Die Seewettervorhersagen des DWD holen wir regelmäßig. Diese Berichte bieten allerdings nur eine grobe Orientierung, da sie großräumige Seengebiete umfassen. Inder Vergangenheit lag der DWD ein paar Mal kräftig daneben (die Windstärken legen erheblich über der Vorhersage), so dass man den Eindruck hat, die Vorhersagen sind nun eher vorsichtig im oberen Bereich.

Windfinder

Der Windfinder bietet mit zwei Modellen zwei unterschiedliche Vorhersagen, einmal mit 1-stündigem Turnus für 2 Tage und einmal in 3-stündigen Abständen für bis zu 10 Tagen. Beide Modelle können bei unsicheren Wetterlagen deutlich von einander abweichen. Je besser sie übereinstimmen, um so sicherer ist die Vorsage. Windfinder bietet Vorhersagen für viele Stationen, die räumlich einigermaßen dicht zusammenliegen, so dass sich da ein dichtes Netz ergibt. Allerdings werden die Werte von den Vorhersagemodellen interpoliert. Der Reiz bei Windfinder besteht im Umfang der Vorhersagen: Wind, Luftdruck, Temperatur, Niederschläge, Wellenhöhe und -richtung, Bewölkung.

GRIB

Im Rahmen unseres Navigationsprogramms (TimeZero) rufen wir regelmäßig die Grib-Daten für unser Fahrgebiet in einer 10-Tages-Vorhersage ab. Die Daten enthalten Windrichtung und -stärke sowie Niederschläge und Temperaturen.

Wetterkarten

Wetterkarten mit den Druckangaben und Frontensystemen holen wir uns zur Überprüfung anderer Vorhersagen nicht regelmäßig, aber in kritischen oder unklaren Vorhersagesituationen. Die Karten kann man aktuell und in Vorhersagen bis zu 120 Stunden voraus abrufen.

Sonstige

Je unklarer die Vorhersagen sind, um so eher suchen wir nach Bestätigungen bei anderen Anbietern: die dänische und schwedische Seewettervorhersagen sind sehr brauchbar. Außerdem bietet sich weitere Anbieter mit unterschiedlichen Vorhersagemodellen an.

Saaremaa

Eine schöne Insel

Der Not gehorchend – aber nicht nur – bleiben wir einige Tage in Kuressaare. Das Wetter ist durchwachsen (Starkwind mit Böen bis 7 Beaufort), es ist Sommersonnwende und ein Fest hier oben und außerdem hat hier einer Geburtstag,

Wir bleiben also hier und beobachten, wie der Wind an der Thira zerrt, wie die Boje am Heck unter Wasser gezogen wird, das Klappern von Leinen nie ganz abgestellt werden kann, die Flaggenparade am Feiertag bei Sonnenschein (!) ein schönes Bild abgibt und wie gut und preiswert man auch im kleinen Restaurant am Hafen essen kann.

Kuressaare ist ein lohnenswertes Städtchen und ein schöner Hafen. Un die Insel Saaremaa ist das auch – wie wir mit einem gemieteten Auto und einem Reisetag auf der Insel feststellen.

Was wir gesehen haben? Ein kleiner Ausschnitt im Bilderbuch hier …

Nach Kuressaare

Eine sehr durchwachsene Fahrt

Mit dem aus westlichen Richtungen wehenden Wind um die 3-4 Beaufort verlassen wir Ventils, kurz hinter der ARIANE, die offensichtlich den selben Kurs hat. Im Verlauf des Tages lässt der Wind nach und zwischen Lettland und Estland muss der Motor wieder für eine Weile für Fahrt sorgen. Allerdings kommt der Wind wieder und frischt auf wieder auf rund 3, später 4 Beaufort auf. Bei 3 Beaufort wird sogar der Halbwinder gesetzt und sorgt für eine zügige Fahrt. Unterwegs gelingt es uns sogar für eine Weile, die ARIANE zu überholen (was uns Joachim später als einen nicht zu duldende Angriff auf sein Schiff berichtet).

Mit auffrischendem Wind muss der Halbwinder wieder geborgen werden, eine Chance, die Joachim nutzt, um mit der ARIANE wieder an uns vorbei zu ziehen.

Alles in allem: ein schöner und guter Segeltag.

In Kuressaare weist uns der Hafenmeister in einen Liegeplatz ein und wir liegen neben der ARIANE, die kurz zuvor eingelaufen war.

Die Wettervorhersage deutet auf einen längeren Aufenthalt in Kuressaare hin.

Essen bei “Bolers”

Pappsatt

Eben waren wir noch Abendessen im “Bolers”, einem netten kleinen Restaurant am Strand von Ventspils. Das ist ein Nachtrag im Blog wert!

Wir sind so was von satt und haben mit Vorspeise und Käseschnitzel, Wein und Bier gerade mal 32 Neuronen bezahlt. Und das Essen war absolut klasse, da gab es nix auszusetzen,

Wer einen Besuch plant oder reingucken möchte:

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Nach Lettland

Die Reise nach Ventspils

Am 18. Juni ist es schließlich so weit, dass wir Wind, Wellen und Wetter für die fast 90 sm lange Strecke von Gotland nach Lettland in Angriff nehmen. Kurz vor sechs Uhr abends legen wir in Fårösund ab. Zunächst ist der Wind noch kräftig genug, um uns mit mehr als 7 Knoten von Gotland weg zu bewegen. Leider lässt der Wind im Laufe des Abends und der Nacht (entgegen den Vorhersagen) stark nach. Zudem steht eine alte Dünung aus Süd, die fasst quer zum Schiff läuft und die Segel fast wirkungslos werden lässt. Wir Motoren wieder die meiste Strecke, zumindest läuft der Motor mit geringer Drehzahl mit, um die Schaukelbewegung etwas zu kompensieren.

Es wird hier ja nicht wirklich dunkel und im Norden ist immer ein heller Schimmer zu sehen. Schließlich und endlich kommt Ventils in Sicht und wir laufen um 08:45 Uhr (UTC + 2 Stunden) in den Hafen ein und machen an Heckbojen zum Kai hin fest.

Der nette Hafenmeister, bei dem wir uns schon telefonisch angekündigt haben, erwartet uns bereits am Kai und nimmt die Vorleinen entgegen. Nachdem die Thira versorgt ist, macht Rita einen mediterranen Snack und wir fallen todmüde in die Koje.

Ausschlafen in Ventspils

Am 19. Juni wachen wir am Nachmittag wieder auf und nehmen unser Umfeld erst so richtig wahr. Unsere Freundin Kerstin hat und vor Ventspils gewarnt (brackiges Trinkwasser und desolate Sanitäreinrichtung in 2011) – aber hier wurde zwischenzeitlich einiges investiert und Wasser und Sanitäranlagen sind zwar (noch) klein – aber sehr sauber und modern ausgestattet.

Ventspils

Versorgung

Wir nutzen die große und ausgesprochen saubere und weitgehend sehr schön gestaltete Stadt zum Einkauf und Sightseeing. Klar gibt es auch hier noch Ecken, die an die russischen Zeiten erinnern: alte, verfallene Gebäude, besonders alte Industrieanlagen. Aber die Innenstadt ist sehr schön: unheimlich viel Grün, viele Blumen, viele Spielplätze und Parks, hervorragende Radwege, moderne Gebäude.

Außerdem einen irrsinnigen Supermarkt: RIMI (den es mehrfach gibt) hat ein richtiges Einkaufszentrum gebaut, das den Einkaufszentren bei uns in keiner Weise nachsteht. Man bekommt wirklich alles! und das zu Preisen, die bei uns unvorstellbar sind. Wir können die Kassenzettel, die wir für unsere Bordkasse mitnehmen, kaum fassen.

Was sich schwieriger gestaltete, war die Beschaffung von Motoröl. Wir wollten den Vorrat zur Reserve auffrischen, haben aber lange gesucht, bis wir die erforderlich Qualität ( nach 1 Std.) dann endlich gefunden haben,

Sandstrand und Dünen

Wirklich beeindruckend ist der lange Sandstrand vor Ventspils und die dahinter liegenden Dünen. Am Dienstag waren viele Leute hier unterwegs und tatsächlich haben einige Unerschrockenen auch gebadet (13-14° C ist nicht unsere Temperatur). Aber der Spaziergang am Strand und durch die Dünen tut den strapazierten Füßen gut – und uns insgesamt und überhaupt.



Von der Dünung unserer Nachtfahrt sind hier nur noch klägliche Reste übrig geblieben. Aber man kann sich schon vorstellen (wenn man einen erfahrenen Blick für die Wellen hat), dass das draußen nicht nur schön ist:



Rita treibt etwas Sport:

Farö

Hafentag

Im Fiskehamn von Fårösund liegen wir an der Kaimauer. Leider hängen dort schwarze LKW-Reifen zum abfedern uns sind nicht (wie in Visby) weiss gestrichen, so dass wir uns einige schwarze Streifen einfangen.

Der Hafen ist soweit OK, die Dusche (ja – eine!) ist kostenlos, der Supermarkt nicht weit weg. Außerdem ist es so ruhig, dass sogar der Reiher ungeniert seine Mahlzeiten fangen kann.

Ausflug nach Fårö

Natürlich muss man die einmalige Chance nutzen und mit der (kostenlosen) Fähre hinüber nach Fårö fahren, um dort unsere Gefäßmuskulatur einem Härtetest zu unterwerfen: 35 km fahren wir vom Fährhafen zu den Raukar und wieder zurück (unsere Brompton-Klappräder sind excellent!).

Über die Raukar kann man im Internet viel nachlesen. Es sind die ausgespülten Überreste des eiszeitlichen Kalksteinplateaus von Gotland und es haben sich beeindruckende Formen gebildet.





Nach Farösund

Vollkommen entspannt

Die Fahrt von Visby nach Farösund gestaltet sich als Motorfahrt – zum Glück gaben auch Segelyachten einen guten Motor. Der Wind schenkt zwischen gar nicht und 1-2 Beaufort. Kaum Wellen. Sonne satt – man ist sogar über den Luftzug im Fahrtwind froh.

Entlang der Küste sieht man die unverkennbare geologische Gestaltung der abgewaschenen Felsabbrüche. Wir werden morgen oder übermorgen bei unserem Ausflug nach Fårö auch die nahen Verwandten dieser Felsen, die “Rukar” sehen.

Wir nutzen die Gelegenheit, um den Kompass zu kalibrieren. Dazu fahren wir in ganz langsamer Fahrt 2 Vollkreise, bis der Autopilot die Deviation bestimmt hat (es waren 14°). Dann wird der Fluxgate-Kompass des Autopiloten kalibriert, damit der magnetische Kompasskurs mit dem tatsächlichen Kurs nach GPS-Daten übereinstimmt.

Visby

Die erste Nacht in Visby

Tja – und dann im Hafen. Wir hatten eigentlich angenommen, dass auch Visby so gut wie leer sein wird, aber dem war dann doch nicht so. Nun muss man wissen, dass Visby ein großer Fährhafen der Gotlandfähren ist und der Yachthafen praktisch “angesiedelt” im hinteren Teil liegt. Glaubt man nun, das wäre ein geschützter Hafen, so stimmt das bei allen Windrichtungen, nur nicht bei der, die wir vorfinden. Das heißt die Welle aus Süd bis Südwest läuft trotz mehreren Molen bis in den Yachthafen. Dazu kommt, dass es sehr wenig Platz zum manövrieren gibt. Wir finden zwar einen der letzten Plätze längsseits am Kai mit Bug zur Hafeneinfahrt, aber später ankommende Yachten bieten ein Schauspiel der besonderen Art wenn versucht wird, auf engem Raum bei kräftigem Wind zu wenden oder die Heckbojen aufzunehmen.

Da an der Kaimauer LKW-Reifen hängen, ist das Festmachen nur möglich, indem wir das Fenderbrett nutzen. Trotzdem ist es eine ziemliche Schaukelei in dem hereinlaufenden Schwell und am anderen Morgen stellen wir fest, dass die Federsocken zerrissen sind – besonders nach dem eine Leine, die das Fenderbrett hält, der Belastung nicht standhält und reisst.

Wir liegen übrigens genau dicht beim “Elefanten”, einem Kran, mit dem wir vor Jahren die Windeck kranen mussten, um einen Schaden am Kiel zu reparieren.

Hafentage in Visby

Wir nutzen die guten Versorgungsmöglichkeiten, kaufen wieder Proviant (der Hafen stellt ein Auto für eine Stunde kostenlos zur Verfügung, dafür haben die Steckdosen in der Dusche keinen Strom ;-), erledigen einige Arbeiten am Schiff, Rita macht ihre diversen Buchhaltungen, checkt die Finanzlage und wir planen den weiteren Törn.

Auch am Mittwoch sind wir noch in Visby. Heute ist ein richtiger Sommertag – in der Sonne gut heiß, nur der Wind ist immer noch sehr frisch. Wir nutzen die Zeit um diverse wichtige Dinge zu erledigen.

Fender reparieren

Die Nacht von Montag auf Dienstag hat (wie bereits beschrieben) der Schwell unsere Fender ausgezogen. Also ging es zum Einkaufen neuer Federsocken, die zwar etwas dünner sind, als die alten, dafür aber erheblich preiswerter.

Außerdem muss auch Proviant eingekauft werden. Dafür stellt der Hafen kostenlos einen uralten Skoda (240.000 km!)  für eine Stunde zur Verfügung. So können wir in den riesigen Supermarkt außerhalb nutzen.

Haube für den Außenborder

Der am Heckkorb angebrachte Außenborder für das Beiboot war nur mit einer alten Einkaufstüte abgedeckt. Rita hat hier im Müll dünne blaue Isoliermatten gefunden, die sie mit großer Nähkunst zu einer Haube umfunktioniert hat.

Das Ergebnis ist durchaus brauchbar und wir wollen mal sehen, wie lange die Konstruktion durchhält.

Die Belohnung

Tja, und dann geht es zur Belohnung in die Eisdiele. Absolute Empfehlung unserer Segelfreundin Kerstin (liebe Kerstin – ein umwerfender Tipp!).

Europas größte Eisdiele – das wird kaum übertrieben sein! Die Auswahl ist umwerfend. Leider konnte ich kein Foto vom Angebot machen, weil da immer zu viele Leute davor standen. Aber ich würde mal schätzen, dass es mehr als 40 Eissorten sind, die einem die Auswahl schwer machen.

So, damit enden die Tage in Visby. Von der sehenswerten Altstadt haben wir keine Fotos gemacht – da könnt Ihr im Internet schmökern und ein reichhaltiges Informationsangebot finden.

P.S.: Kommt da doch am Kai eine Person angeschlendert mit dem Handy am Ohr. Ich denke: den Sound kenn ich doch. Und siehe da, eine Schwäbin von der Ostalb (Heidenheim), als Touristin unterwegs auf Sightseeing. Hat uns für den netten Schwatz noch 2 Bier spendiert.

Nach Gotland

Fahrt nach Visby

Wie bereits gehabt: Welle aus Süd und wir laufen Richtung Ostnordost – also wieder Schaukeln und Rollen. Die Wellen sind zum Glück nicht ganz so hoch wie auf der Fahrt nach Utklippan und Rita gelingt es sogar, den Rest vom gestrigen Abendessen aufzuwärmen – was eine angenehme Abwechslung ist während der Stunden auf See. Teilweise müssen wir den Motor mitlaufen lassen, weil die Segel zu sehr in den Wellenbewegungen schlagen. Mit Motor läuft Thira stabiler – auch wenn es nur in geringer Drehzahl ist.

Und wie das oftmals so kommt: kurz vor dem Anlaufen des Hafens fängt es an zu regnen. Zum Glück nicht Heftig und auch nicht lange anhaltend.