Hamnsundet

Eigentlich könnte man immer weiter vor Anker liegen – wenn da nicht das Problem begrenzter Ressourcen wäre. Strom ist gar kein Problem; der Windgenerator erzeugt genügend Strom – zumindest wenn wir wenigstens mal 3 Beaufort haben; aber wenn wir mal wieder unser Logbuch aktualisieren, Mails abrufen und Rita ihre Buchhaltungsarbeiten macht, dann läuft doch der Rechner ein paar Stunden und der zieht schon Strom.

Wasser und Brot bilden den Engpass. Zwar haben wir (trotz sparsamem Gebrauch) noch immer genügend Wasser, aber das Brot wird so langsam alle. Also suchen wir einen schnuckeligen Anleger mit etwas Versorgungsmöglichkeiten und Frischwasser. Und so landen wir schließlich in Hamnsundet.

Wirklich ein schöner Anleger, nicht sehr komfortabel, aber es gibt Stromanschluss (aber nur mit unserer langen Kabeltrommel), Frischwasser an der Bunkerstation, einen kleinen Kiosk mit dem Nötigsten (z.B. Brot, Eier, frischer warmgeräucherter Lachs), eine richtige Dusche und Waschmaschine mit Trockner (Liegegebühr, Strom, Dusche, Waschmaschine und Trockner für 20 € – der niederste Preis seit wir uns erinnern).

Hier bleiben wir noch einen Tag, zumal der Wind noch immer ungünstig steht. So können wir gemütlich Duschen, die angesammelten Wäsche erledigen und etwas arbeiten. Ab 12:00 Uhr gibt es einen kleinen “Markt”. Hier bieten die Hausfrauen diverse eigene Handarbeiten, aber auch selbstgebackenes Brot, Sirup, Kartoffeln etc. an. Dem Rhabarberkuchen konnten wir nicht widerstehen (jetzt ist der hier frisch geerntet!!!).

 

Bomarsund

Da wir die Ålands nördlich umrunden wollen, streifen wir kurz die große freie Seefläche in der Mitte der Inseln (den Lumparn) und kommen plangerecht nach Bomarsund. Dort wollten wir eigentlich den Anleger nutzen, aber als wir um die Ecke biegen, drehen wir sehr schnell wieder ab. Das ist uns doch zu heftig.

Zum Glück gibt es aber gleich um die Ecke eine hervorragend geschützte Minibucht, in der wir Anker werfen. Ganz dicht am Schilfgürtel (wir haben die Erfahrung gemacht, dass Schilf bis an die 2-m-Tiefenlinie heran wächst) und im vollen Windschutz der mächtigen Felsen mit der alten Festung Bomarsund.

Durch die hohen Felsen sehen wir die aufziehenden schwarzen Wolken erst recht spät. Aber das Gewitter ist weiter weg und wir bekommen nur so wenig Regen ab, dass das Deck kaum gewaschen wird. Der Regen ist auch schnell vorbei und wir sehen einen schönen (wenn auch nicht sehr farbprächtigen) Regenbogen, der hier oben im Norden deutlich flacher ausfällt, als bei uns zu Hause.

Andbergsfladen

Da wir den Wind noch immer vorn auf die Nase bekommen und für die kommende Nacht Regen und Starkwind angesagt sind, suchen wir einen möglichst gut geschützten Ankerplatz. Auf der Seekarte und im Handbuch finden wir den Andbergsfladen: ein ausgedehntes Buchtensystem mit einer einzigen schmalen Zufahrt.

Während wir in einer sehr geschützten Ecke liegen, ziehen draußen wieder die Fähren vorbei. Hier in der Bucht bekommen wir aber noch nicht mal den Sog mit, der an anderer Stelle durchaus beträchtlich sein kann,

Das Wetter verschlechtert sich wie vorhergesagt und wir haben in der Nacht und am frühen Morgen tatsächlich Regen. Vom Starkwind bekommen wir kaum etwas mit – entweder war es nicht so schlimm, wie vorhergesagt. Oder wir liegen so geschützt, dass wir den Wind nicht spüren.

Jungfruskär

Keine Ahnung, wie viele “Jungfruskär” es in Skandinavien gibt, vielleicht kommt auf jede Jungfrau eine Jungfruskär :-))

Jedenfalls verlassen wir die finnischen Schären und kommen in die Ålandinseln (Åland). Diese Inseln bilden eine politische Besonderheit: Zwar wurde die Souveränität über die Inseln 1921 Finnland zugesprochen, aber die Bewohner fühlen sich eher Schweden zugehörig. Aus heutiger Sicht zum Glück sicherte Finnland der Inselgruppe jedoch Autonomie zu, die Hauptsprache blieb schwedisch und – das ist der erstaunlichste Punkt dieser Vereinbarung – die Ålands sind die einzige, mir bekannte, militärfreie Zone. Die Åländer leisten keinen Militärdienst und die vielen Festungsanlagen und Wachtürme (seit den Schwedisch-russischen Kriegen bis hin in den kalten Krieg) sind höchstens noch Touristenattraktionen.

Auf dem Weg verlassen wir die dicht an dicht liegenden Schären von Aboland und kommen zunächst durch ein Gebiet mit viel freien Wasserflächen. Außerdem (das werden wir noch öfter zu sehen bekommen) benutzen wir gelegentlich die Seewasserstraßen der großen Stockholm – Turku – Fähren.

Manchmal glaubt man es nicht, wenn diese Hochhäuser plötzlich hinter einer Schäre auftauchen und in den teils sehr engen Fahrwassern manövrieren.

Trotz der Weitläufigkeit befinden wir uns immer noch in den Schären und freuen uns über die abwechslungsreiche Landschaft.

Diese fast östlichste Schäre der Ålands (oder westlichste von Finnland) dürfte wohl die schönste Jungfruskär sein. Früher militärisches Sperrgebiet wird die Insel heute nur noch von Schafen, Kühen und Wassertouristen genutzt.

Jedenfalls findet sich hier ein sehr ruhiges und schönes und bei den westlichen Winden sehr geschütztes Ankerrevier. Da die meisten mit Heckanker an Steg oder Felsen gehen, bleibt uns der freie Raum für eine ruhige Nacht vor Anker.

Torasviken

Genug der Häfen

Es wird Zeit, dass wir wieder zum Ankern kommen. In Kasnaes haben wir uns noch so leidlich verproviantiert und so können wir gelassen einigen Tagen ohne Zivilisation entgegen sehen.

Wir machen uns auf den Weg durch die Fahrwasser der Schären, teilweise mit “dicken” Tonnen, teilweise auch nur mit schwer auszumachenden Stecken.

Das hier ist die Kardinaltonne, die im Westen einer Untiefe für die Großschifffahrt steht.

Torasviken

Zufällig ausgesucht ein sehr angenehmer und schöner Ankerplatz, auch wenn die Einfahrt in die Bucht etwas Aufmerksamkeit erfordert.

Sehr windgeschützt – sieht man am glatten Wasser – und vollkommen verlassen.

Zwar gibt es am Ufer Sommerhäuser und da haben wir auch mal Personen gesehen, aber das ist alles weit weg und wir liegen in absoluter Ruhe.

Kasnaes

Abwechslungsreiche Fahrt nach Kasnaes

Abgesehen vom typischen Fahrwasser durch die Schären gibt das Wetter diesmal alles: Nebel, Nieselregen, Sonne. Zum Glück in dieser Reihenfolge.

Der Nebel ist nicht ganz so schlimm wie vor sechs Jahren, als wir im Kalmarsund die Cassiopeia mit Friedrich und Kerstin in der dicksten Suppe gefunden hatten.

Hafentag in Kasnaes

Der Wetterbericht hat nochmals Regen angekündigt – der verzieht sich allerdings im Laufe des Morgens, so dass wir noch einen schönen Tag im sehr schönen Hafen von Kasnaes verbringen. Zeit für diverse Arbeiten – und anderem diese Website wieder auf Vordermann zu bringen.

Hanko / Hangö

Die Fahrt nach Hanko

Wieder Schärenfahrwasser, teilweise sehr eng und Wind genau von vorne. Wieder ist hier Motoren angesagt.

Außerdem ist es recht kühl. Da haben es die in der Gegenrichtung einfacher und sitzen teilweise in Badekleidung im Cockpit, während wir eingemummt sind.

Mit Spinaker hier durch ist allerdings schon mutig und erfordert eine gut eingespielte Crew.

Regentag in Hanko

Eingeplant und der Wettervorhersage entsprechend verbringen wir in Hanko einen Hafentag: es regnet nahezu ohne Unterbrechung. Wir nutzen den Tag zum Einkauf und für einen Friseurbesuch (war nach 6 Wochen wieder notwendig).

Nett: am Abend taucht trotz Schietwetter noch die ARIANA mit Joachim und Amke auf. Das führt natürlich wieder zu Klönschnak am Abend – allerdings nicht ganz so ausufernd wie in Kuressaare, da wir am nächsten Morgen weiter wollen.

Älgsjökatan

Durch das Schärenfahrwasser

Auf dem Weg nach Älgsjökatan segeln wir das erste Mal auf diesem Törn so richtig durch die Schärenfahrwasser. Viele Ecken, Abzweigungen, Tonnen und sorgfältige Kartenarbeit ist erforderlich. Und leider kann man oftmals gar nicht segeln.

Ankern in der Bucht von Älgsjökatan

Um es vorweg zu nehmen: einen Elch (wie der Name der Insel vermuten ließe) haben wir nicht gesehen. Dafür hatten wir eine wunderschöne, einsame Bucht ganz für uns alleine. Ein paar Hütten an Land sind weit weg und stören nicht. Wenn dann auch noch der Wind nachlässt, ist das Ankern vom Feinsten!

Und dann auch noch Vollmond! Leider sind solche Ankertage nicht unbedingt die Regel.

Helsinki

Überfahrt von Tallinn nach Helsinki

Die Strecke von Tallinn nach Helsinki hat rund 45 Seemeilen. Anfangs schwachwindig, dann konnten wir bei einem West um 3-4 Beaufort den Halbrunder setzen. Beim Bergen vor den ersten Schären von Helsinki geschah das Unglück: Der Bergeschlauch hatte sich verhakt, Rita hatte (ausnahmsweise) keine Handschuhe an und zu allem Pech kam noch hinzu, dass sie die Schot einen Törn zu wenig auf der Wunsch hatte. Die Folge:

Dank guter Versorgung und Schonung war Rita nach wenigen Tagen jedoch wieder voll einsatzfähig.

Hafentag in Helsinki

Wir waren Ende der 90er-Jahre bereits in Helsinki, machten dennoch die Stadtrundfahrt mit der regulären Straßenbahn (Linie 2) – allerdings ohne zu fotografieren.

Auf dem Markt am Nordhafen suchten wir noch nach dem Stand mit den schönen Keramiksachen von Milimekki (damals hatten wir die Salz-, Pfeffer- und Zuckerstreuer mitgenommen, die die meisten von Euch bei uns schon gesehen haben). Leider gibt es den Stand nicht mehr – dafür inzwischen alles, was Touristen so kaufen (wollen, sollen). Der Markt hat seinen Reiz leider verloren und ist nur noch der übliche Touristen-Nepp.

Skifferholmen

Unmittelbar vor der südlichen Promenade von Helsinki liegen ein paar Schären: Skifferholmen. Unser wohl bekannter und geliebter Anleger, ein Hafen des HSS. Man kommt nur mit einer Minifähre ans Festland, was den Besucherverkehr deutlich einschränkt. Die etwas sehr alten Sanitäranlagen nimmt man dafür in Kauf.

 

Sehr zu empfehlen: das kleine Restaurant auf Skifferholmen (wenn ihr mal in Helsinki seit, mit der kleinen Fähre kann man sich übersetzen lassen). Wir konnten es uns nicht verkneifen, die sehr ungewöhnlichen und fantasievollen Pizzen zu probieren (der Preis von 16 € hat uns nur kurz geschreckt). Wirklich super – der Preis hat sich gelohnt. Und die beiden Pizzabäcker standen auch noch für ein Foto zur Verfügung (Rita musste allerdings einige Überredungskunst aufwenden).

Lohusalu

Die Fahrt nach Lohusalu

Gute Reise bei achterlichem Wind. Zeitweise mit Motorunterstützung.

Lohusalu

Ein wunderschöner Hafen. Wir packen die Räder aus und fahren zum 4 km entfernten Supermarkt zum Einkauf. Zwischen einer fast mediteranen Dünenlandschaft voller Kiefern, Blaubeersträuchern (leider noch ohne Früchte) und Mauglöckchenfeldern (noch ohne Blüten – die heißen hier Augustglöckchen 😉 ist das ein Genuß. Leider haben wir vergessen, ein Foto zu machen.