Oxelösund bis Figeholm

Die Strecke von Oxelösund bis nach Figeholm hat uns durchwachsenes Wetter und viele (teils trotz regen!) schöne Ankerplätze beschert.

Gottenvik (4. August)

Früher war unsere Anlaufstelle südwestlich von Oxelösund immer Arkösund. Aber der Hafen ist nichts besonderes und wir sind auch auf Häfen nicht angewiesen. Also laufen wir (leider unter Motor) an Arkösund vorbei und gehen in die sehr abseits liegende Gottenvik zum Ankern. Am südlichen Ufer finden wir eine ruhigen und sehr beschützen Ankerplatz, den wir uns auf jeden Fall für künftige Fälle merken werden.

Die schlimmsten Schauerböen ziehen zwar an uns vorbei, aber dennoch kriegen wir heute noch richtig Regen ab. Ohne Kuchenbude heißt das, man ist eben unter Deck.

Zum Beispiel kann man sich in die Koje legen und ein Schläfchen halten.

Aber gegen Abend lockern die Wolken wieder auf, auch wenn es noch immer nach Regen aussieht, der uns die nächsten Tage immer mal wieder zwischendurch  treffen wird.

Drottningsvik (5. August)

Auch bei der nächsten Station verzichten wir auf unseren “üblichen” Hafen Fyrudden. Früher gab es da mal einen sehr guten Verkaufsstand mit varmrökt Lax – aber den gab es schon bei unserem letzten Aufenthalt nicht mehr. Also gehen wir (auch wieder zum ersten Mal) an einen sehr schönen Ankerplatz Drottningsvik in Sichtweite von Fyrudden. Da sind wir zwar nicht alleine, aber die drei Schiffe stören nicht wirklich.

Wieder sehen wir Regenschauer, die etwas entfernt von uns niedergehen, bei uns gibt es nur ein paar Tropfen. Aus diesem Grund machen wir uns mit dem Schlauchboot an das Ufer und erkunden auf sehr schönen Wanderwegen die unmittelbare Umgebung. Wollten wir hier länger bleiben, könnte man einen ganzen Tag wandern.

Die Ausflüge sind natürlich verbunden mit einigen Schnakenstichen (unter denen Rita besonders leidet) und Werner sammelt sich dafür eine Zecke ein.

Gegen Abend wird das Wetter wieder deutlich besser – so stellt man sich den Abend am Ankerplatz vor.

Das sehen auch diverse Vögel so, die zu Ihrem Abendessen einfliegen.

Die Kanadagänse zum grasen im Grünzeug, das im flachen Uferbereich zu Hauf vorkommt.

Der Reiher, um im Schatten und in guter Tarnung gegen das Abendlicht kleine Fische zu fangen,

Lilla Kalvö / Häxvassen (6. August)

Dieser Ankerplatz liegt einige Seemeilen abseits des Fahrwassers und wir liegen daher in einem ausgedehnten Buchtensystem ganz alleine, Leider erwischt uns gerade beim Anker setzen ein Regenschauer, der es in sich hat und mit viel Wasser und 6 Beaufort über uns hinwegfegt.

Aber auch das geht vorüber und wir freuen uns über einen weiteren neu entdeckten Ankerplatz.

Und außerdem – leider ohne Foto, weil zu spät entdeckt – gibt es hier sogar Adler.

Hasselö (7. August)

Den Ankerplatz kennen wir bereits. Da lagen wir vor einigen Jahren vor unserem dramatischen Schlag hinüber nach Gotland (mit Loch im Kiel und Wasser im Schiff und in Visby dann zur Reparatur am Haken des “Elefanten”). Aber diesmal ist alles Friede, Freude Eierkuchen (nee, es gab Zitronenhuhn).

Der Ankerplatz liegt direkt am Fahrwasser nach Loftahammar – aber außer den Hütten am Ufer sind wir ganz alleine hier.

Stora Vippholmen (8, August)

Von Hasselö aus geht es wieder ins Fahrwasser nach Süden (das haben wir schon in beiden Richtungen oft genommen und sogar Rita kennt hier fast jede Tonne und jeden Felsen. Vorbei an Idö (mit dem Restaurant mit schöner Aussicht auf die Schären) und vorbei an Händelöp (liebe Eva, leider habt Ihr Euer Familien-Feriendomizil dort zwei Tage vorher verlassen, sonst hätten wir Euch heimgesucht – aber vielleicht klappt es ja das nächste Mal).

In der Bucht bei Stora Vippholmen können wir sogar an der einzigen dort befindlichen blauen SXK-Boje liegen – das ist immer etwas bequemer, als ankern. Dass die Boje noch frei ist, grenzt an ein Wunder, denn in diesem Buchtonsystem liegen mehrere Yachten – allerdings am Fels mit Heckanker.

Schönes Plätzchen, auch zum Ankern, wenn die Boje mal belegt sein sollte.

Figeholm (9. bis 10. August)

Auch das für uns eine Premiere – oft vorbeigesegelt, aber nie hier gewesen.

Aber zunächst die Fahrt nach Figeholm: sehr unangenehm (auch in schlechter Erinnerung, weil wir hier noch nie bei schönem Wetter durchgekommen sind). Wind und Welle aus Süd, enges und reichlich verzwicktes Schärenfahrwasser mit vielen Möglichkeiten, eine ungewollte Pause einzulegen.

Die Wellen mit teils über 1,5 Meter brechen sich zwar deutlich sichtbar,

aber dennoch hat es dieser Motorbootfahrer geschafft, sein Schiff aufs Trockene zu setzen – trotz der roten Tonne, die die Untiefe überdeutlich markiert. In Figeholm erfahren wir, dass das Schiff dort sei mindestens 2 Wochen liegt, aber wegen des Seegangs bisher noch nicht abgebogen werden konnte.

Ja – und dann kommt man auch noch (auf gesperrte Bereiche und das sehr enge und verschlungene Fahrwasser achtend) am Kernkraftwerk Oskarshamn vorbei: Hässlich wie die Nacht und deswegen und wegen des kritischen Fahrwassers in unangenehmer Erinnerung.

Aber Figeholm macht alles wieder wett! Ein wunderschöner netter Hafen im Grünen, vom ortsansässigen Segelklub gehegt und gepflegt und mit 220 SEK (mit Strom, Dusche, Waschmaschine, Trockner) sogar noch preiswert.

Wir bleiben einen Tag, kaufen Proviant, erledigen die Wäsche, packen unser Schlauchboot wieder ein (ab nun werden wir es nicht mehr brauchen, die Schären sind fast vorbei, wir kommen so langsam wieder in heimatliche Stimmung, Utklippan ist nicht mehr weit und ab da ist es dann wirklich Heimreise) und erledigen die anfallenden Schreibarbeiten.

Weiter bis Oxelösund

Durch die Stockholmer Schären

Was wären die Schären ohne die zahllosen und meist abgeschiedenen, ruhigen Ankerbuchten! Man könnte hier Monate verbringen und nur von einem lauschigen Plätzchen zum nächsten ziehen.

Högmarsö

Sehr lauschig, dieses Plätzchen. Wir lagen gleich um die Ecke früher schon mal und hatten der winzigen Schäre am Eingang zur Bucht mal einen kurzen Besuch gewidmet – sind aber schnell wieder geflohen: Dieses Eiland wird total von Ameisen beherrscht! Man konnte praktisch keinen Schritt tun, ohne von den Biestern angefallen zu werden.

Aber diesmal ohne Ameisen. Erstmals ist das Wasser so warm, dass sich zumindest Werner ins Wasser traut.

Ein kurzer Ausflug mit dem Beiboot zwecks Foto der Bucht mit Schiff :-))

Norraviken

Eine schöne Bucht mit 5 SXK-Bojen, von denen wir tatsächlich eine belegen können. Irgendwie gibt es hier kein Foto, vermutlich weil wir auch hier schon früher mal waren und alles so vertraut und bekannt ist.

Kymmendö

Eine weitläufige und meist gut besuchte Schärengruppe – sowohl von Wassertouristen, als auch an Land von Feriengästen. Die Feriengäste haben zu Folge, dass nahezu alle Stunde eine Fähre angerauscht kommt, von der man am Ankerplatz manchmal durchaus den Schwell abbekommt.

Aber nicht, dass Ihr meint, wir hätten nur Sommer, Sonne Gloria erlebt! Auf dem weg nach Kymmendö hat es uns übel erwischt: Heftigste Schauer, Starkregen ohne Sicht und die typische Wolkenformation der Gewitterböen. Aber wir haben alles gut überstanden!

Und am Abend wieder ein richtiges Urlaubswetter.

Ranöhamn

Wenn man sich die Fotos anschaut, wird es fast schon langweilig. Dennoch hat jede Ankerbucht ihren Reiz und wir ziehen gerne von einer Bucht zur nächsten, um den Nachmittag zu faulenzen, lesen, an Land rudern und am Morgen ausgiebig zu frühstücken.

Nynäshamn – mal ein Hafen zur Abwechslung

Um zu duschen und kurz was einzukaufen, ist ein ordentlicher Hafen zwischendurch nicht zu verachten. In Nynäshamn sind wir nun zum zweiten Mal – und es gibt keine Fotos.

Eine größere Überraschung war hier allerdings, dass wir plötzlich keinen Landstrom mehr hatten und feststellen mussten, dass die Steckdose für den 220-Volt-Landanschluss durchgeschmort war. Die Folge: Backkiste verrusst, Umbau und Reinigungsarbeiten erforderlich.

Läskär

Auf dem Weg nach Läskär nördlich Landsort begegnen wir einem Langschiff. Schon erstaunlich, wie die Leute mit diesem Schiff bei 4 Beaufort unterwegs sind.

Wieder mal an einer SXK-Boje, leider diesmal etwas unruhig. Dafür muss die Zeit genutzt werden, um die alte Steckdose des Landanschlusses abzuklemmen und behelfsweise einen Stecker anzubringen, damit wir im nächsten Hafen wieder 220 Volt anzapfen können.

Auch hier wieder eine Abendstimmung zum Angewöhnen.

Ringsön

Die Schärengruppe Ringsön dürfte die wohl am besten besuchten Ankerbuchten bieten. Das Buchtensystem ist sehr ausgeprägt und – obwohl wir die Zahl der Yachten vor Anker und mit Heckanker am Fels auf mindestens 50 schätzten – fällt das nicht weiter auf. Klar, die nächste Yacht liegt vielleicht 50 m weiter, aber das ist durchaus erträglich und man hat seine Ruhe.

Ringsön ist Naturschutzgebiet und wir montieren unseren E-Motor an das Schlauchboot und brummen langsam durch die Buchten mit beeindruckenden Stein- und Baumformationen.

Oxelösund – wegen der Arbeit

Da Rita aus Termingründen wieder Buchhaltung machen muss und wir außerdem die Website aktualisieren wollen, laufen wir einen Hafen an (zur Abwechslung erstmalig Oxelösund).

Oxelösund ist ein Industriehafen, aber die beiden Yachthäfen sind ganz brauchbar. Außerdem gibt es einen kostenlosen Transfer vom Hafen ins Zentrum mit einem Traktor als Zugmaschine (natürlich in blau gelb!) und zwei Anhängern mit Sitzplätzen. Zwar holprig und hart, aber durchaus praktisch. So können wir unsere Fahrräder eingepackt lassen und brauchen die Einkäufe für die nächsten Ankertage nicht schleppen. Außerdem nutzen wir das Angebot, kostenlos zu waschen. Somit sind die eineinhalb Tage vollgepackt und schnell vorbei.

Nach Norrtälje

Ankern in den ersten Schären

Die etwa 30 Seemeilen von Käringsund nach Schweden segeln wir in gut 6 Stunden mit achterlichem Wind und meist unter dem Halbwinder.

Es ist zwar nicht die erste schwedische Schäre, aber sie liegt gleich am Anfang, wenn man von Osten kommt: Idö. In einer sehr ruhigen und wunderschönen Bucht Idöfladen finden wir einen geschützten Ankerplatz, sind aber nicht die einzigen, die diesen Platz genießen.

Norrtälje

Bevor wir in den langen Sund Richtung Stockholm einlaufen, waren bisher meist in Gräddö. Das liegt fast ohne Umwege ganz im Osten, der Hafen ist brauchbar und es gibt einen Supermarkt in fußläufiger Entfernung (wichtig, weil wir seit Hamnsundet nichts mehr einkaufen konnten).

Diesmal haben wir uns allerdings entschlossen, endlich mal einer Empfehlung zu folgen und die rund 10 Seemeilen weiter nach Norrtälje zu laufen. Wie sich herausstellte, eine sehr gute Idee!

Man liegt einigermaßen geschützt und Norrtälje ist ein schönes und lohnenswertes kleines Städtchen.

 

Abschied von den Alandinseln

Noch einmal Ankern

Südlich von Lökö, gleich neben dem Fahrwasser nach Süden, befindet sich eine ausgedehnte Bucht, in der wir unschwer einen geschützten Ankerplatz finden. Außer einem Motorboot in einiger Entfernung, sind wir die einzigen Ankerlieger (was auch darin liegen mag, dass auf dieser Strecke nur wenig Verkehr ist).

Käringsund

Eine traditionsreiche Bucht mit einem Hafen. Entlang steiler Schärenfelsen wurde ein Steg gebaut, an den man vor Heckbojen anlegt. Ein gemütlicher Platz, der uns auch prompt zu einem Hafentag einlädt.

Traditionsreich: von hier aus ging früher der Postverkehr nach Schweden (Eckerö – Grisslehamn). Außerdem ist Käringsund eine alte Fischersiedlung mit teilweise sehr alten, teilweise renovierten Bootsschuppen.

In der Zeit, als die Ålands unter russischer Herrschaft standen, wurde der Postverkehr eingerichtet und ein beeindruckendes Postgebäude gebaut, das heute ein Museum enthält.

Zur Erinnerung an den früheren Postverkehr findet auch heute noch eine “Traditionsregatta” mit den alten Post-Segelschiffen statt.