Hinweis

Weil es etwas gewöhnungsbedürftig ist, aber so einfacher zu schreiben:

Die Beiträge sind für das Jahr 2018 in Abschnitte (zeitlich gesehen rückwärts) unterteilt, z.B.:

  • Vänersburg nach Kiel (Etappe 4: Kattegat, Belte und Sund)
  • Mariestad zurück nach Vänersburg (Etappe 3: im Vänern)
  • Vänersborg nach Mariestad (Etappe 2: im Vänern)
  • Kiel bis Vänersborg (Etappe 1: Öresund, Kattegat)

Innerhalb der einzelnen Abschnitte laufen die Berichte jedoch zeitkonform – das heißt zuerst kommt das erste Datum dieses Abschnittes und am Schluss das letzte.

Vänersborg bis Kiel

Überblick

Wir begeben uns auf den Rückweg – allerdings haben wir noch viel Zeit und müssen keine Sorge haben, bei schlechtem Wetter aus Zeitgründen den sicheren Hafen verlassen zu müssen.

21. Juli Vänersborg

Unser Start- und Ende-Hafen im Vänern. Von hier aus geht es wieder in den Trollhättan-Kanal mit den Schleusen.

Zuvor allerdings bewundern wir noch Jugendliche, die mit einem selbstgebastelten Floß mit kleinem Außenbordmotor vor dem Hafen gegen die Wellen kämpfen. Last but not least liegt dann auch mindestens einer im Wasser, der Motor gibt seinen Geist auf und das Floß treibt zurück an den letzten Außensteg im Hafen.

Und das gibt es hier auch:

Hier nur ein Einzelstück, aber auf den Stegen ist eine ganze Familie unterwegs, teilweise auch im Wasser schwimmend. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob das Frettchen oder Nerze sind. Jedenfalls haben diese Tierchen nur einen ganz matten und kleinen hellen Kehlfleck, weshalb wir eher auf Nerze tippen.

22. und 23. Juli: Trollhättan

Diesmal klappt das Schleusen ohne Probleme und ohne Beschädigungen. Ein junger Mann vom Schleusenpersonal erzählt allerdings von den Problemen, die es mit der JUNO gab – die Geschichte unseres Aufwärts-Schleusens hat wohl Spuren hinterlassen. Auf jeden Fall gibt es nun eine Anweisung des Managments, dass kein weiteres Schiff geschleust werden darf, solange die JUNO in den Schleusen ist.

Wir bleiben in Askersvass zwischen den beiden alten Schleusen – fasziniernden Bauwerke, wenn man bedenkt, dass die erste Schleusentreppe mit 13 Schleusen bereits 1800 in Betrieb genommen wurde.

Danach wurde eine neuere Schleusenanlage gebaut, die 1832 bzw. 1844 in Betrieb ging und bis 1916 parallel zu den ersten Schleusen betriebn wurde.

Die heutige Schleusenanlage ging 1916 in Betrieb und die beiden alten Anlagen verfallen. Der Höhenunterschied beträgt 44 Meter in drei Schleusen – was den enormen Hub in einer Schleuse verdeutlicht (nix für Leute mit Platzangst!).

Zwischen den beiden Anlagen gibt es im unteren Teil jedoch eine sehr schöne Anlegemöglichkeit bei tiefem Wasser an den alten Kai-Anlagen. Wir lieben diese Ecke!

24. Juli: Kungälv

Unser Standardanleger, wenn wir hier entlang kommen: Unterhalb der Bohus-Fästning bei Kungälv an einem inzwischen verlängerten Steg längsseits zu liegen ist bequem, ruhig und kostet nix.

25. bis 26. Juli: Hönö

Da wir eigentlich geplant hatten, nach Skagen zu segeln, ist unser nächter Liegeplatz Klåvå auf Hönö in den Göteborger Schären. Aus verschiedenen Gründen verzichten wir jedoch auf Skagen – leider, aber letztendlich vernünftig da noch immer Urlaubssaison ist und die beliebten Häfen gnadenlos überfüllt sind. Wir bleiben zwei Tage auf Hönö, es ist heiß und Klåvå ist (da auch von Land aus gut erreichbar) ein Touristenzentrum.

27. bis 31. Juli: Vesterø auf Læsø

Den Hafen haben wir so in Erinnerung, als würde man da immer einen Platz bekommen. Aber als wir einlaufen, werden wir eines Besseren belehrt. Der Hafen ist voll bis zum Anschlag und wir müssen (zumindest für die erste Nacht) im Päckchen liegen.

Nicht ganz freiwillig bleiben wir ein paar Tage in Vesterø. Es ist recht nett hier und nur das heiße Wetter hindert uns daran, längere Ausflüge auf der Insel zu unternehmen. Aber schön ist es dennoch – auch der gute Badestrand! Wobei das glatte Wasser unterschlägt, dass es den ganzen Tag über ordentlich pustet – allerding aus der anderen Richtung.

Als wir am 30. Juli ablegen wollen, gerät die Mooringleine in den Propeller – zwar nicht schlimm und Werner gelingt es in mehreren Tauschgängen innerhalb von mehr als einer halben Stunde, das Wooling um dien Propeller weitgehend zu entflechten. Allerding hat sich der letzte Törn so eng gewickelt, dass er nur mit großer Kraft nach unten zu entfernen war – und das ging ohne Tauchausrüstung nicht. Zum Glück war ein Stegnachbar mit der notwendigen Ausrüstung bereit, das zu erledigen.

Aber damit war noch ein weiterer Tag auf Læsø fällig, denn nach der ganzen Aktion hatten wir keine Lust mehr auf die Strecke bis nach Hals auf Jütland am Eingang zum Limfjord.

1. August: Hals

Auch Hals ist natürlich überfüllt – damit war zu rechnen. Aber wir kennen aus früheren Besuchen einen Trick, sich hinter dem Kopf des Steges mit einer Vor- und einer Achterleine festzumachen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten und beide waren noch frei.

Schon beim Einlaufen in den Hafen sehen wir ganz vorne eine EMKA 36 liegen und ich sage noch: das ist doch unsere alte WINDECK. Natürlich gehen wir als erstes hin um nachzuschauen und tatsächlich: die FREYA 2 ex WINDECK ex WOODSTOCK ex RATTLER liegt mit Edgar Kuchel dort. Wir plaudern eine Weile. Er ist mit dem Schiff sehr zufrieden, hat einige Verbesserungen und Neuerungen vorgenommen (da er meist alleine unterwegs ist) und befindet sich aktuell auf dem Rückweg von Larvig (Norwegen) über Skagen und nun Hals.

2. August: Mariagerfjord, Hadsund

Bislang sind wir an diesem (angeblich schönsten Fjord Jütlands) immer vorbeigefahren. Diesmal wollen wir zumindest mal einen Abstecher machen und uns vom Wahrheitsgehalt überzeugen.

Leider (oder zum Glück) ist es so, dass der Weg bis zur Hadsund-Brücke mit 13 sm viele von einem Besuch abhält. Wir können die Brücke sofort passieren und finden danach einen wirklich sehr schönen und ruhigen Fjord vor, ausgestattet mit vielen Ankerbojen (angeblich ist der Grund oft verkrautet, so dass der eigene Anker schlecht hält).

Wir liegen die Nacht in einer reizenden Bucht mit warmem Badewasser – allerdings vielen Quallen.

3. August: Als Odde

Da unsere nächste Station nach dem Mariagerfjord Grenaa sein wird und wir dort nicht zu spät ankommen wollen, beschließen wir, die nächste Nacht in dem ausgedehneten Flachwasserbereich von Als Odde zu verbringen. Eine Ankerboje in einem geschützten Bereich ist leider belegt, so dass wir ganz an den Eingang des Fjords an eine von zwei Ankerbojen gehen.

Dort steht – im Wechsel der Gezeiten rein oder raus – bis zu 1,5 kn Strom. Solange Strom und Wind aus der gleichen Richtung kommen, merkt man kaum etwas. Steht allerdings Strom gegen Wind, ist das etwas ungemütlich. Am Abend kommt noch eine weitere Yacht an unsere Boje, die jedoch am sehr frühen Morgen Reißaus nimmt, weil starker Strom aus Ost mit starkem Wind aus West konkurriert und die beiden Schiffe hart in die Fender knallen. Es ist auf jeden Fall eine sehr unruhige Nacht und wir würden – falls wir den wunderschönen Fjord nochmal besuchen sollten – dort draußen bei Als Odde nur noch bei Flaute an die Bojen gehen.

4. und 5. August: Grenaa

Kennen wir alles schon aus vielen Besuchen – auch das hervorragende und sehr empfehlenswerte Buffet im Restaurant Skakkes Holm: für 249 DKK pro Person kann man hier 2 Stunden lang von einem sehr reichhaltigen Buffet zehren und hat die Getränke frei (zumindest Wein, Bier und nicht-alkoholisches).

6. August: Oer Havn

Der sicherste Hafen Dänemarks: weil er nur über eine Schleuse zu erreichen ist, gibt es in diesem Hafen keinen Schwell und da der Hafen zu einer Ferienhausanlage gehört, die dem französischen Port Grimaud nachempfunden ist, findet man auch immer eine windgeschützte Ecke und Platz.

7. August: Endelave

Auch hier gilt: schon unendlich oft vorbeigesegelt, aber noch nie besucht. Wobei der Besuch diesesmal auch nur relativ ist. Beim Anlaufen des engen Hafens sehen wir schon, dass praktisch alles belegt ist. Wir wollen bei dem kräftigen Wind kein Risiko eingehen und ankern vor dem Hafen auf einem sehr schönen Plätzchen – zwar mit Wind (der abends deutlich abflaut) – aber ohne Welle.

Wir haben Endelave auch deswegen gewählt, weil für die Nacht von Donnerstag auf Freitag ein Sturmtief mit einer Gewitterfront und Böen bis 30 m/s angekündigt sind – und da wollen wir sicher sein, dass wir in Juelsminde einen geeigneten Liegeplatz bekommen. Und da es von Endelave nach Juelsminde nur gut 2 Stunden sind, rechnen wir mit einem guten Platz im von uns präferierten und jedesmal auch genutzten Westhafen (alter Fährhafen).

8. bis 11. August: Juelsminde

Leider ist es so, dass die freien Plätze im Westhafen von Jahr zu Jahr weniger werden, da alles fest vermietet ist. Wir gehen erst mal am alten Fährkai längsseits. Ein Telefonat mit dem Hafenmeister ergibt, dass ein Platz am Steg, der auf “rot” steht und in dem zwei Schlauboote liegen, eigentlich frei ist. Der Hafenmeister will veranlassen, dass der Platz geräumt wird und tatsächlich taucht wenig späer jemand auf, der die beiden Schlauchboote an einen anderen Platz verholt und wir können an den Steg – Bug nach West, wie geplant.

Der Wind wird bei weitem nicht so heftig, wie vorhergesagt: wir messen maximal 14 m/s. Aber es gibt fasst eine Stunde lang immer wieder Gewitter, allerdings nicht mit Blitzeinschlägen in der unmittelbaren Nähe.

Das Wetter bleibt jedoch sehr unbeständig: Immer mal wieder Regenschauer, Gewitter und dann wieder Sonne. So nutzen wir die Zeit zu diversen Arbeiten – unter anderem diese Website wieder auf Vordermann zu bringen :-))

Sobald wir dem Wetter trauen geht es weiter in Richtung kleiner Belt.

12. August: Gamborgfjord

Zunächst weht uns der Wind genau auf die Nase, wir motoren – auch weil im Snaevringen sowieso an Segeln nicht zu denken ist. Zum Glück stehen teilweise bis zu 3 Knoten Strom in unsere Richtung, was uns hohe Geschwindigkeiten über Grund beschert.

Da die Ankerbojen hinter Fånø alle belegt sind, nehmen wir die einsame und einzige im Gamborgfjord, gleich am Eingang im Nordwesten hinter der langen Sandbank und liegen dort sehr angenehm, selbst als der Wind auf SE dreht.

13. bis 14. August: Haderslev

Das angekündigte und auch eintreffende Regenwetter warten ir in Haderslev ab. Ein Hafen, den wir gerne immer wieder besuchen – auch weil die Fahrt durch den 6 sm langen Haderslev-Fjord sehr schön ist.

15. August: Genner Bucht

Die Ausfahrt durch den Fjord können wir sogar weitgehend segeln, erst nach Årø werfen wir die Maschine an um nicht gegen den auffrischenden SW ankreuzen zu müssen.

Eine der zwei Ankerbojen in der Gennerbucht ist tatsächlich frei, so dass wir trotz WSW mit 5-6 ruhig uns wegen der hohen Bäume fast windstill geschützt liegen.

16. August bis 18. August: Dyvig

Da wieder mal Regen und reichlich Wind angesagt ist, verkriechen wir uns in der sehr geschützten Dyvig im Anleger des Vereinshafens der Nordborgwerft. Zwischendurch scheint sogar die Sonne und wir können einen längeren Spaziergang machen.

19. August: Høruphavn

Teils unter Segel, teil mit Motor geht es durch den Alssund zur Brücke in Sonderborg (wo wir ungewöhnlicherweise 1 Stunde warten müssen) und dann um die Ecke nach Hørup.

20. August: Kiel

Wie schon oft haben wir auch diesmal wieder den richtigen Riecher. Zwar wollten wir noch nicht direkt nach Kiel, sondern erst noch in die Schlei, aber der WNW mit guten 5 Bft beschert uns eine schnelle Fahrt, die wir nicht mehr unterbrechen, sondern direkt nach Kiel laufen.

So sind wir sehr viel früher als geplant wieder im Heimathafen – aber das Wetter war in den letzten Tagen nicht mehr ganz so toll und auch die weiteren Aussichten sind nicht wirklich verlockend.

Und dann wäre da noch Valerio: Nach 3 Monaten skandinavische kulinarische Nicht-Genüsse (sic!), kommt im ersten Aufschlag die Pizza im Al Gambero gerade recht! Wir werden freudig begrüßt wie bei der Rückkehr verlorener Kinder.

21. August: Kiel

Wir machen noch einen kurzen Ausflug nach Laboe und füllen den Dieseltank. Insgesamt haben wir rund 1.050 sm zurückgelegt, davon leider nur 400 unter Segel. Das ist natürlich den Kanalfahrten, aber auch der häufigen Schwachwind-Lage zu verdanken.

Und weil das so sein muss treffen wir uns zum Abendessen mit Kerstin und Friedrich im Al Gambero, diesmal nicht zur Pizza, sondern zu “richtigen” Angeboten aus Valerios Küche.

Mariestad bis Vänersborg

7. Juli: Kidholma

Auf dem Weg nach Åmål machen wir einen Abstecher im Djurö Skärgården. Das ganze Gebiet ist Naturreservat mit vielen Vogelschutzgebieten, die man nicht betreten darf. Auch hier finden wir einen guten Ankerplatz, auch wenn die Ankerkette bei den Schiffsbewegungen immer wieder über einen Stein am Grund schleift – hört sich gruselig an.

8. und 9. Juli: Ekenäs

Ein Traum! Ekenäs ist ein versteckter SXK-Hafen in einer ausgedehnten, verschilften Bucht. Ein langes Fahrwasser führt ganz eng betonnt über eine Wassertiefe von 2 m zum Hafen. Dort liegen wir mit Heckboje an einem Steg.

Sehr freundliches Personal, sehr nettes Restaurant mit ganz akzeptablen Preisen. Alles in Allem eine Reise wert – auch wenn Ekenäs etwas abgelegen ist.

Auch hier bleiben wir noch einen Tag zum Wandern und arbeiten und um den Starkwind mit Regenschauern am Nachmittag  abzuwarten.

10. Juli Bärön

Durch ein gut betonntes Fahrwasser kommen wir Richtung Westen in den Bereich Dalsland-Sjö des Vännern. Wir haben wenig Wind, können jedoch mit raumem Wind im Fahrwasser segeln. Als wir im freien Wasser nach Norden segeln, lässt der Wind nach und wir müssen bald motoren. Aber auch da kommen wieder enge Fahrwasser und da ist es mit dem Segeln sowieso schwierig.

Wir ankern in der Südbucht von Bärön und entdecken auf einem hohen Baum im Scheitel der Bucht einen Seeadlerhorst mit 3 Jungvögeln. Die Fotos sind leider nicht so super, weil der Zoom nicht ausreicht und wir verpassen den einen Moment, in dem der Adler 30 Meter vom Schiff entfernt einen Fisch aus dem Wasser krallt und damit zum Horst fliegt – dort gibt es dann richtig Action!

11. bis 12. Juli Åmål

Von Bärön aus geht es nach Åmål, zunächst noch mit Segeln bei mäßigem Wind, dann unter Motor, weil der Wind fast ganz nachlässt.

Åmål kennen wir als ganz entspannten Hafen, der immer Platz geboten hat. Aber als wir ankommen, können wir nur noch im Päckchen bei einem Dänen liegen, der allerdings am Nachmittag weg will und wir so danach wenigstens einen Platz am Steg bekommen. Dass dann später noch zwei weitere Schiffe bei uns im Päckchen liegen ist eine andere Sache.

Die Überraschung liegt im Blues Festival. In Åmål tanzt der Bär.

Nun ist Blues zwar eine durchaus angenehme und ansprechende Musikrichtung – nicht jedoch die Begleiterscheinungen: Gegröle bis in den Morgen und wenn die einen dann endlich Ruhe geben, haben die anderen ihren Rausch bereits ausgeschlafen und beschreien lauthals die nächtlichen Abenteuer. Ganz zu schweigen von den Gästen des äußeren Schiffs in unsrem Päckchen, die ziemlich beschickert nachts um zwei wie eine Herde Elefanten über unser Vorschiff an Land klettern.

Wie das in Schweden wohl so üblich ist, gibt es ganze Korsos von alten amerikanischen Schlitten, nur eine kleine Auswahl:

Jedenfalls ergreifen wir – nach Einkauf und Friseurbesuch (der dringend nötig war) – am Freitag die Flucht und suchen eine ruhige Bucht zur Erholung.

13. Juli Drängholmen

Nach nur fünfeinhalb Seemeilen lassen wir den Anker in einer ruhigen Bucht in Drängholmen fallen; das ausgeprikte Fahrwasser weist eine Mindesttiefe von 1,8 m aus, erweist sich aber als vollkommen unproblematisch – wenn man sorgfältig die roten und grünen Stangen beachtet. Wir sind das einzige Schiff und freuen uns über die himmlische Ruhe – auch wenn die tierische Hitze mit 30° einem wirklich zu schaffen macht. Das Wasser hat zwar bloss 20°, aber zum Abkühlen ist das ganz gut. Und zum Glück kühlt es auch nachts etwas ab.

14. Juli Långeviken

Wieder ein Katzensprung zur nächsten Ankerbucht: nach etwas mehr als sieben Seemeilen lassen wir den Anker in Långeviken fallen. So bleibt uns genügend Zeit zum Faulenzen, lesen, spielen und die Ruhe zu genießen.

15. Juli Vedviken

Am Nordeingang des Rötösunds liegt diese geschützte Bucht. Obwohl man hier problemlos mit dem Heckanker an den Fels gehen könnte, liegen wir in der Mitte der schmalen Bucht. Das ist auch besser so, denn in Ufernähe gibt es die unangenehm bissigen Bremsen, die sich zwar gelegentlich auch aufs Schiff verirren, dann aber möglichst schnell erschlagen werden.

16. und 17. Juli Sunnanå (Mellerud)

Am Morgen geht es zunächst durch ein teilweise extrem enges und verschlungenes Fahrwasser mit ausgewiesenen 1,8 m Tiefe durch den Rötösund und ein sehr steiniges Schärengebiet Richtung Köpmanne Vik und dann nach Sunnanå.

In Sunnanå bleiben wir einen Tag bei extremer Hitze, abends nur wenig Regen trotz sehr schwarzer Wolken. Wir fahren  mit dem Rad nach Mellerud zum Einkauf und kühlen uns im (zum See hin offenen) Hafenbecken ab.

18. Juli Dalbergså

Mit wenig Wind und zwischendurch ein paar Regentropfen fahren wir unter Motor von Sunnanå nach Dalbergså. Das ist ein schöner Anleger längs in einem kleinen Flusslauf bei einem Campingplatz. Zum Glück sind wir zeitig da, denn auch hier füllt sich der Anleger gegen Abend und wir bekommen auch wieder einen Päckchenlieger, der sich allerdings als sehr ruhig entpuppt und bereits um 6 Uhr in der Früh ablegt, ohne dass wir davon viel bemerken.

19. bis 22. Juli Vänersborg

Wir sind wieder am Ausgangspunkt unserer Rundreise durch den Vänernsee angekommen. Eigentlich könnten wir gleich am 20. Juli wieder weiter durch die Trollhättan-Schleusen. Da aber für die kommenden Tage 5-6 Beaufort aus SE angekündigt sind, wollen wir lieber bis Montag auf den Schwachwind warten. Das Chaos in den Schleusen bei viel Wind und den teilweise sehr unerfahrenen Crews sind uns vom letzten Aufenthalt noch gut in Erinnerung und unsere Erfahrung beim Hochschleusen hat das Vertrauen und die Umsicht des Schleusenpersonals doch etwas eingetrübt.

 

Vänersborg bis Mariestad

Unseren Aufenthalt im Vänern  haben wir in zwei Abschnitte geteilt. Den ersten von Vänersborg nach Mariestad und dann von Mariestad nach Vänersborg zurück.

Kurz zum Vänern: mit ca. 5.500 qkm ist der Vänern der größte schwedische See und zehn mal so groß wie der Bodensee. Wer mehr dazu lesen will, der wird im Internet alles finden, was zu diesem See zu sagen ist.

23. Juni: Klitt

Klitt ist eine kleine Bucht neben einem Fahrwasser bei Kållandsö. Ein ruhiger Ankerplatz unweit des Schilfgürtels, leider ist das Wasser noch zu kalt zum Baden.

24. Juni: Hamnudden

Eine offene Bucht an der Ostseite der Halbinsel Värmlands Näs. Wir sind das einzige Schiff hier und liegen ruhig und gelassen an der SXK-Boje. Die knapp 24 sm hier hoch mussten wir leider unter Motor zurücklegen, da der Wind schwach umlaufend zum Segeln nicht ausreichte.

25. Juni: Staviken

Zu Werners Geburtstag nach einem kurzen Trip unter Motor von 14 sm finden wir auch in Staviken eine freie SXK-Boje. Zur Feier des Tages gibt es Aperol Spritz mit Prosecco, den uns Valerio aus Friedrichsort noch mit auf die Reise gegeben hat.

26. Juni: Karlstad

Immer noch heiß und wenig Wind – wieder unter Motor die 26 sm nach Karlstad. Dort liegen wir im Stadthafen, der sich seit unserem letzten Besuch vor einigen Jahren sehr positiv entwickelt hat: moderner Anleger und statt den früheren Industriegebäuden und Lagerhallen moderne Wohnhäuser und Büros.

Wir bleiben in Karlstad bis zum 28. Juni. Unter anderem ist eine Propangasflasche leer, die wir nachfüllen lassen (zu astronomischen Preisen, doppelt so teuer wie in Deutschland, und außerdem gibt es nur wenige Stellen, bei denen die deutschen 5-kg-Flaschen getauscht bzw. gefüllt werden).

29. Juni: Gåsholmen

Auf dem Weg nach Kristinehamn legen wir in den Schären bei Arnön eine Ankerpause ein. Noch immer heiß und sonnig und wenig Wind. Aber immerhin können wir mal wieder ein Stück weit segeln.

30. Juni: Kristinehamn

Noch immer Sonne satt, nur teilweise können wir segeln (was auch an den engen Fahrwassern liegt).

In Kristinehamn bleiben wir einen Tag und machen mit dem Beiboot einen kleinen Ausflug in die Flussarme des Städtchens.

Das Besondere an Kristinehamn ist nicht nur ein Supermarkt von Lidl (ganz in Hafennähe, der sogar recht deutsch anmutende Waren hat – was zu fast echtem Wurstsalat zum Abendessen führte) –  sondern auch der Nachbau eines alten Frachtenseglers und eine Statue von Picasso.

 2. Juli: Anneholmen

Eigentlich wollten wir bei Furuholmarna ankern. Auf den Seekarten sah die Bucht sehr vertrauenserweckend aus. Leider mussten wir feststellen, dass es einige nicht verzeichnete Steine gibt – und ja, wir haben sie als erste entdeckt!!! Wir haben uns daher entschlossen, doch eine Runde weiter zu segeln.

Im Norden einer weitläufigen Bucht bei Otterbäcken finden wir einen ruhigen und gut geschützten Ankerplatz, den wir auch am nächsten Tag noch nutzen um den angesagten Starkwind aus N bis W abzuwarten.

4. Juli: Moviken

Nur ein kurzes Stück von 7 sm bei Kalvöarna befand sich früher eine SXK-Boje in einer gut geschützten Bucht. Wir liegen jetzt vor Anker und bekommen ab und an den Smok einer einer südlich davon seit Tagen brennenden Schäre ab.

5. Juli: Mariestad

Von Moviken nach Mariestad mussten wir leider wieder den Motor nutzen. Das kam auch einem Motorboot zugute, dem der Sprit ausgegangen war und das wir dann in den nächsten Hafen schleppten (im Übrigen mit unserer Leine, sowas hat ein Motorbootfahrer nicht zwingend in ausreichendem Umfang an Bord).

In Mariestad gibt es wieder einen Hafentag. Leider haben wir keinen Friseurtermin mehr bekommen (der bitter notwendig wäre, aber der dann bis Åmål warten muss).

Hier füllen wir auch die Dieseltanks wieder voll und rechnen zufrieden einen Verbrauch von 2 Liter je Stunde aus (mit einem vollen Tank kämen wir dann rund 800 sm weit, bei glattem Wasser).

Kiel bis Vänersborg

Der erste Teil unseres Törns brachte uns von Kiel bis zm Eingang des Vänern nach Vänersborg. Das Wetter war überwiegend gut, sonnig bis heiß – allerdings mit ein paar eiskalten und regnerischen Tagen dazwischen.

Die Vorbereitungen dauerten bis zum 28. Mai bis zum 1. Juni (Verproviantieren, Klappräder zur Wartung bringen und so weiter …).

2. Juni: Bagenkop

Da waren wir schon eine Weile nicht mehr. Und es ist auch nix Besonderes zu berichten.

3. Juni: Omø

Unten um die Ecke von Langeland und dann durch den großen Belt nach Norden bis an die Ostküste der Insel Omø – bei westlichen bis südwestlichen Winden kein Problem. Der Ankerplatz ist bei dem zu erwartenden Wind aus West gut geschützt und wir verbringen eine ruhige Nacht vor Anker.

4. Juni: Kalvehave

Bei sonnigem Wetter treibt uns der Westwind nach Osten, 5,8 Knoten sind im Schnitt drin. Am 5. Juni legen wir in Kalvehave einen sonnigen Hafentag ein. Inzwischen haben wir Wind aus Ost und so ist der Hafentag durchaus vertretbar.

6. Juni: Dragör

Durch den Bögestrom geht es nun nach Nordosten Richtung Öresund. Obwohl das Fahrwasser durchgängig mindestens 2 m Tiefe garantiert, kommt es in einer Welle (wir haben Südost mit 5-6 Beaufort) kurz zu einem Touch des Sandbodens.

Dragör ist wie üblich ziemlich gut belegt und es gibt im Yachthafen wenig freie Plätze. Aber wir haben Glück und liegen am Kopfsteg längsseits, mit schönen Blick auf den Öresund und die Brücke. Da wir uns in Malmö mit Kerstin und Friedrich treffen wollen, warten wir auch den 7. Juni noch in Dragör ab, arbeiten etwas, gehen zum Einkauf und freuen uns über die Sonne.

8. Juni: Malmö

Die 12 sm von Dragör nach Malmö motoren wir bei wenig Wind.

Tatsächlich kommt dann auch die Cassiopeia mit Kerstin und Friedrich, die dann auch gleich mit einem leckeren Abendessen (Rita hat Bami Goreng gemacht) empfangen werden. Am 9. Juni bleiben wir noch in Malmö, gehen einkaufen und Stadtbummeln und bewundern Sportler, die einen städtischen Hindernisparcours absolvieren – bei der Hitze keine Kleinigkeit!

10. Juni: Viken

Obwohl die Windrichtung suboptimal ist, machen wir uns auf den Weg durch den Öresund nach Norden. Anfangs noch Nordwest, dann aber auf Nord drehend und auf 6 Bft. auffrischend, so dass wir die letzte Strecke noch motoren.

Viken ist ein nettes und schön restauriertes Fischerdorf am Nordausgang des Öresund. Wegen des noch immer anhaltenden nördlichen Wind bleiben wir am 11. Juni noch in Viken, bummeln durch das Dorf und arbeiten etwas.

Wie man sieht, war es nicht mehr warm!

12. Juni: Hallands Vädderö

Für uns fast ein Muss auf dem Weg entlang der schwedischen Westküste. Die kleine Schärengruppe hat im Norden und Süden eine gute Ankerbucht. Wir legen uns in die südliche Bucht Kappelhamn, wo wir bei der westlichen Windrichtung gut geschützt liegen.

13. Juni: Falkenberg

Falkenberg ist ebenfalls ein beliebter Anlaufpunkt für uns. Der Clubhafen liegt sehr gut geschützt in der Mündung des Ätran. Leider durch die gegenüberliegende Werft etwas laut.

Wir bleiben in Falkenberg bis zum 15. Juni, da wir eine Radtour entlang des Ätran machen wollen, am einen Ufer hoch dann über eine Brücke und an der anderen Seite zurück auf sehr schön angelegten Rad- und Wanderwegen. Der Fluss ist hier ziemlich naturbelassen und man kann Lachse und Seeforellen angeln (einen Erfolg konnten wir allerdings nicht beobachten, trotz einigen im Wasser stehenden Fliegenfischern).

16. Juni: Öckerö (Schäre)

Mit wenig Wind fahren wir unter Motor weiter nach Norden, wir wollen im Schärengebiet um Öckerö ankern. Da für die Nacht Süd bis Südwestwind mit 6 Beaufort angekündigt waren, wollten wir eine gut geschützte Bucht nutzen, jedoch hielt der Anker im verkrauteten Grund nicht sicher. Wir wechselten daher zu der SXK-Boje, die zwar nicht ganz so gut geschützt liegt, aber doch zuverlässigen Halt bietet. Wie zu erwarten war, verlief die Nacht dann etwas “bewegt”.

17. Juni: Kungälv

Mit gutem Wind aus SW bis W zwischen 3 und 6 Bft. ging es Richtung Göteborg mit dem Ziel, den Anleger unterhalb der Bohus Fästning bei Kungälv zu erreichen. Vor Göteborg mussten wir die Segel bergen, da dort alle Welt mit allem was schwimmt unterwegs war und am Ufer Menschentrauben zu sehen waren. Grund war das “Schaulaufen” der Rennyachten des Volvo Ocean Race.

 

Mit viel Aufmerksamkeit und Schlangenlinien konnten wir dann doch die Brücke des Götaälv   passieren und erreichten am späten Nachmittag Kungälv.

18. Juni: Askersvass, Trollhättan

von Kungälv aus erreichten wir nach knapp 29 sm unter Motor die unteren Schleusen von Trollhättan. Dort liegt man sehr gut unter alten Bäumen zwischen den Befestigungen zum Eingang der beiden alten Schleusentreppen.

19. Juni: Vänersborg

Eine Fahrt mit Hindernissen. Am Morgen warten wir auf die Zeit für die Einfahrt in die Schleuse. Über Funk bekommt die ebenfalls hier liegende VINLAND auf Nachfrage die Aufforderung, sich sofort für die Schleusen bereit zu machen. Wir hängen uns dran und zunächst geht auch alles gut – trotz des mit 6-7 Bft. in die Schleuse wehenden W-SW-Windes.

Allerdings kommt uns in der Schleuse 2 die abwärts schleusende “JUNO” entgegen. Die traut sich nicht aus der Schleusenkammer, weil der Wind sie vermutlich gegen unsere Schiffe drücken würde. Wir warten, bis die Anweisung kommt, an der JUNO vorbei und hinter dieser festzumachen. Das hätten wir so besser nicht gemacht: denn in Folge wird die VINLAND durch das Schraubenwasser der JUNO mit dem Bug an die Wand gedrückt mit Schaden am Anker und wir demolieren aus dem gleichen Grund einen Flügel unseres Windgenerators.

Oben an der Schleuse protestieren wir. Die VINLAND bekommt ihren Anker repariert aber bei uns geht das Geschacher los. Das Schleusenmanagement behauptet, die JUNO hätte Anweisung gehabt, die Maschine zu stoppen, der Kapitän der Juno behauptet das Gegenteil. Für unseren Schaden, immerhin rund 500 €, will keiner aufkommen und wir werden uns überlegen, wie wir angemessen auf diese Situation reagieren (ein Zivilprozess in Schweden dürfte ziemlich mühsam und ohne sicheren Ausgang sein).

Jedenfalls bleiben wir bis zum 22. Juni in Vänersborg. Das Wetter ist unfreundlich, kalt und regnerisch bei sehr kaltem und kräftigen Wind.

Hier legt die DIANA – das Schwesterschiff der JUNO – in Vänersborg an.